2081 x angesehen
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail
Berliner Mauer mit Fernsehturm

Berliner Mauer mit Fernsehturm und Wachturm

Die Berliner Mauer ist das 160 km lange Grenzbefestigungssystem, das die DDR 1961 errichtete und das Ostdeutschland von Westdeutschland trennte. Sie blieb 28 Jahre bestehen und wurde 1989 eingerissen.

Vorgeschichte
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs teilten die vier Besatzungsmächte bzw. Alliierten (Frankreich, USA, Großbritannien und die Sowjetunion) Deutschland in 4 Zonen ein. Jede Macht war für die Verwaltung einer solchen Besatzungszone verantwortlich. Der Sowjetunion kam Ostdeutschland zu. Berlin als Hauptstadt wurde ebenfalls in 4 Bereiche geteilt.

Der Konflikt zwischen den drei westlichen Mächten und der Sowjetunion – und gleichzeitig Grundstein für den Beginn der Mauer – begann mit dem Start des Kalten Krieges. In diesem standen sich die Westmächte unter der Führung der USA und die Sowjetunion mit ihren Oststaaten (unter anderem die Tschechoslowakei, Rumänien, Ungarn) gegenüber. Hauptstreitpunkt waren die unterschiedlichen Ideologien der beiden Parteien. Während die Westmächte für Kapitalismus und eine offene Expansionspolitik standen, herrschte in den Ostmächten der Kommunismus und man versuchte, sich gegen die westlichen Staaten und den Welthandel abzugrenzen.

Als die drei Alliierten des Westens 1948 entschieden, ihre drei Besatzungszonen zusammenzulegen und die sogenannte Trizone (ab 1949 Bundesrepublik Deutschland) mit einer gemeinsamen Währung zu bilden, reagierte die Sowjetunion mit Protesten. Der größte davon war die Berlin-Blockade, bei der Westberlin fast ein Jahr lang abgeriegelt und von den Westmächten abgeschnitten wurde.

Infolge dieser Konflikte wurde immer mehr Leuten klar, dass Westdeutschland bessere Bedingungen bot als das sowjetisch regierte Ostdeutschland. Zunehmend flohen Menschen daher in den Westen. Deren Abwanderung bedeutete für die Sowjetunion einen Verlust qualifizierter Arbeitskräfte. Sie wusste, dass sie reagieren musste, wenn sie nicht noch mehr Einwohner verlieren wollte. Daher beschlossen der sowjetische Staatschef Chruschtschow und Ulbricht, ein deutscher Politiker und Leiter der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), 1961 den Mauerbau. Verfestigt und offiziell festgelegt wurde dieser Plan bei Abschluss des Warschauer Pakts, einem Militärbündnis der Oststaaten.

Bau der Mauer
Der Mauerbau begann am 13. August 1961 und zeigte sich erst nur durch das Errichten von Grenzabriegelungen. Fertig errichtet wurde die Mauer in den Folgetagen, wobei sie die ganze Zeit von einer riesigen Schutzstaffel bewacht wurde. Die Westmächte wussten bis 3 Tage vor dem Mauerbau Nichts von dem Vorhaben, da es sich um ein Geheimnis der DDR handelte. Erst am 10. August gab es erste Hinweise auf die Möglichkeit, dass man eine solche Grenzerrichtung plane.

Obwohl die Mauer ständig überwacht und keine Fluchtversuche akzeptiert wurden, errichtete man einige Grenzübergänge. Nur an diesen sollten sich notwendige Grenzübertritte wichtiger Persönlichkeiten abspielen. Ein solcher Übergang war der Checkpoint Charlie in Berlin.

Bundesrepublik und DDR
Das Leben in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) unterschied sich grundlegend. Während die BRD florierte und langsam wirtschaftlich wuchs, herrschte in der DDR der Kommunismus. Das hieß, dass das komplette Privateigentum in staatlichen Besitz über ging. Regiert wurde Ostdeutschland durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED), wobei das Leben in der DDR durch scharfe Kontrolle, Zensur, eine unflexible Wirtschaft und eine zunehmende Demoralisierung der Arbeiter durch den Kommunismus geprägt war. Außerdem gab es immer wieder Probleme mit der Lebensmittelversorgung, die von der Regierung genau geplant worden war. Änderte sich das Konsumverhalten, kam es mitunter zu Engpässen und Menschen mussten in langen Schlangen vor den Läden warten. Diese Zustände führten zu einer starken Unzufriedenheit mit der Situation und gipfelten immer wieder in Protesten. Nicht wenige versuchten, heimlich nach Westdeutschland zu fliehen.

Mauerfall und Wiedervereinigung
Die Proteste, Fluchtversuche sowie der sich langsam abzeichnende Zerfall der Sowjetunion, in Folge der exorbitanten Bemühungen im Kalten Krieg, waren ausschlaggebend für den Mauerfall. Sie fiel letztlich in der Nacht des 9. Novembers 1989. Dabei wurden zuerst mehrere Grenzübergänge geöffnet und danach die Mauer ab 1990 Stück für Stück abgebaut.

Infolge des Mauerfalls kam es am 3. Oktober 1990 zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Diese sogenannte Wiedervereinigung Deutschlands wird heute noch als Nationalfeiertag (Tag der Deutschen Einheit) gefeiert.

Quellen:
http://www.planet-wissen.de/geschichte/ddr/das_leben_in_der_ddr/
http://www.die-berliner-mauer.de/de/
http://www.chronik-der-mauer.de/
http://www.chronik-der-mauer.de/chronik/
http://www.chronik-der-mauer.de/chronik/?month=8&year=1961&opennid=174849&moc=1#anchornid174849
http://www.chronik-der-mauer.de/chronik/?month=11&year=1989&opennid=174871&moc=1#anchornid174871
http://www.chronik-der-mauer.de/chronik/?month=10&year=1990&opennid=172352&moc=1#anchornid172352
http://mauerfall.berliner-zeitung.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht
https://de.wikipedia.org/wiki/Trizone
https://de.wikipedia.org/wiki/Warschauer_Pakt
https://de.wikipedia.org/wiki/Checkpoint_Charlie
https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mauer#Mauerfall

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Written by Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.