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Wir lieben Deutschland

Wir lieben Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland besteht seit 1990 aus 16 Bundesländern, die zusammen einen Bundesstaat bilden. Die Bundesländer, die in der Fachsprache nur Länder genannt werden, wurden alle nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Deswegen unterscheidet man auch zwischen alten und neuen Bundesländern. Die alten Länder liegen auf dem Gebiet der ehemaligen Bundesrepublik, während die 5 neuen Länder damals noch zur Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gehörten. Erst seit 1990 setzt sich Deutschland aus allen 16 Ländern zusammen.

Das politische Prinzip hinter den Bundesländern ist der Föderalismus. Das bedeutet, dass alle Länder eine gewisse Eigenständigkeit haben. Sie sind nicht nur verwaltungstechnische Gebiete, sondern verfügen alle über eine eigene Verfassung sowie eine eigene Legislative, Exekutive und Judikative. Jedes Bundesland hat also eine gewisse Kompetenz und erledigt viele Aufgaben alleine. Die Länder bilden zwar trotzdem einen Bund, der viele Bereiche wie bspw. die Außenpolitik selbst regelt. Allerdings steht ihnen ein hohes Maß an Macht zu. So sind die Länder bspw. im Bundesrat vertreten, der beim Gesetzgebungsprozess mitwirkt. Es wird also die Zustimmung der Länder benötigt, um wichtige Dinge zu beschließen. Daher ist die Idee hinter dem Föderalismus, dass die einzelnen Organe der Bundesrepublik Deutschland nicht zu viel Macht bekommen und es zu Katastrophen wie dem Dritten Reich unter Hitler kommen kann.

Diese föderative Staatssystem bzw. die dezentrale Organisation zeigt sich in vielen Bereichen. So hat bspw. jedes Bundesland eine eigene Regierung, die sich aus einer oder mehreren Parteien zusammensetzt. Außerdem besitzt jedes Land eine eigene Hauptstadt, in der die Verfassungsorgane wie bspw. das Landesverfassungsgericht ihren Sitz haben. Nicht zuletzt zeigt sich die Aufteilung durch die große Konkurrenz der Bundesländer untereinander. So versucht jedes Land, mehr Einwohner, Studierende oder auch wichtige Unternehmen anzuziehen und seine Wirtschaft zu verbessern. Es sollen bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen als in den anderen Bundesländern geboten werden.

Bundesland Hauptstadt Fläche (km²) Einwohnerzahl (in Mio) Regierungschef
Bayern München 70.550 12,604 Horst Seehofer (CSU)
Niedersachsen Hannover 47.613 7,791 Stephan Weil (SPD)
Baden-Württemberg Stuttgart 35.751 10,631 Winfried Kretschmann (Grüne)
Nordrhein-Westfalen Düsseldorf 34.110 17,572 Hannelore Kraft (SPD)
Brandenburg Potsdam 29.654 2,449 Dietmar Woidke (SPD)
Mecklenburg-Vorpommern Schwerin 23.212 1,597 Erwin Sellering (SPD)
Hessen Wiesbaden 21.115 6,045 Volker Bouffier (CDU)
Sachsen-Anhalt Magdeburg 20.452 2,245 Reiner Haseloff (CDU)
Rheinland-Pfalz Mainz 19.854 3,994 Malu Dreyer (SPD)
Sachsen Dresden 18.420 4,046 Stanislaw Tillich (CDU)
Thüringen Erfurt 16.173 2,161 Bodo Ramelow (Die Linke)
Schleswig-Holstein Kiel 15.800 2,816 Torsten Albig (SPD)
Saarland Saarbrücken 2.569 0,991 Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)
Berlin 892 3,422 Michael Müller (SPD)
Hamburg 755 1,746 Olaf Scholz (SPD)
Bremen Bremen (de facto) 419 0,657 Carsten Sieling (SPD)

Die Länder selbst zeichnen sich durch eine große Vielfalt untereinander aus. Dies beginnt bereits bei der Größe und der Einwohnerzahl. So ist das größte Bundesland Bayern mit einer Fläche von 70.550 km² fast 170 Mal größer als Bremen, das kleinste Land. Ähnlich markant ist der Unterschied bei den Einwohnerzahlen: In Nordrhein-Westfalen (17,572 Mio. Einwohner), das unzählige Riesenstädte wie Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund und Duisburg beheimatet, wohnen rund 27 Mal mehr Menschen als in Bremen. Der kleine Stadtstaat bringt es auf gerade einmal 657.000 Einwohner.

Aber auch über diese Kennzahlen hinaus gibt es große Unterschiede zwischen den Staaten. Denn jedes Land zeichnet sich durch eine bestimmte Mentalität, Dialekte (sächsisch, badisch, schwäbisch, hessisch etc.), kulinarische Spezialitäten (Grüne Sauce aus Frankfurt, Spätzle aus Schwaben) und eine Fülle an Traditionen aus.

Freistaaten und Stadtstaaten
Neben den oben genannten Unterschieden existieren auch einige politische Besonderheiten. So tragen die Länder Bayern, Sachsen und Thüringen den Namenszusatz Freistaat. Dies geht auf das 19. Jahrhundert zurück, in dem Freistaaten Republiken waren, also keinen Monarchen mehr hatten. Heute haben die Länder allerdings alle die gleiche Stellung, daher hat der Zusatz keine Bedeutung mehr. Er hat sich nichtsdestotrotz bis heute gehalten.

Wichtiger ist hingegen der Titel des Stadtstaates, den Berlin, Hamburg und Bremen tragen. Der Name kommt daher, dass die Fläche des Bundeslandes nur eine einzige Stadt umfasst. Berlin und Hamburg sind also gleichzeitig ein Land sowie eine Stadt. Diese Regelung ergibt sich aus der großen Einwohnerzahl der Städte, die andere Bundesländer wie bspw. das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern übersteigt. Bremen hingegen ist ein Sonderfall. Es gilt zwar als Stadtstaat, setzt sich aber eigentlich aus den zwei Städten Bremen und Bremerhaven zusammen. Deswegen ist auch die Stadt Bremen vom Gesetz her Hauptstadt des Bundeslandes.

Quellen:
http://europe.hkbu.edu.hk/polshyp/bland/bland5.htm
http://www.bpb.de/politik/grundfragen/24-deutschland/40429/foederalismus
http://www.sueddeutsche.de/politik/von-west-nach-ost-mentalitaetsunterschiede-sehe-ich-schon-1.341998
https://de.wikipedia.org/wiki/Land_(Deutschland)
https://de.wikipedia.org/wiki/Freistaat_(Republik)
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtstaat
https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_der_Bundesrepublik_Deutschland
https://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_30_des_Grundgesetzes_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deralismus_in_Deutschland#Drittes_Reich
http://www.lerninfos.de/internelinks/allgemeinwissen-deutschland.htm
http://unsere-regionalen-spezialitaeten.de/bundesland/1/Baden-Wuerttemberg.html

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Written by Stefan

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