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Wüsten

Die Sahara in Algerien

Als Wüste bezeichnet man Regionen, in denen es aufgrund von sehr starker Kälte oder Trockenheit kaum oder gar keine Vegetation, also pflanzliches Leben, gibt. Normalerweise definiert man eine Wüste als ein Gebiet, auf dessen Oberfläche sich weniger als 5% Vegetation findet.

Weltweit bedecken Wüstenregionen rund 10% der gesamten Landfläche. Es gibt sie in vielen verschiedenen Varianten und die sandigen und sehr heißen Gebiete, die die meisten sofort bei dem Begriff Wüste im Kopf haben, stellen nur eine von mehreren Arten dar. Daneben gibt es noch Kies-, Stein- oder Fels-, Salz- und Eiswüsten. Und tatsächlich ist die größte Wüste der Welt nicht vom Typ Sand, sondern eine Eiswüste – die Antarktis.

Sandwüsten
Eine Sandwüste besteht meistens aus Quarzsand und entsteht mit der Zeit aus Kieswüsten, deren Kies durch Erosionen zerkleinert wird. Sie zeichnen sich oftmals durch hohe Dünen aus, die der Wüste ihr charakteristisches Aussehen verleihen und es schwer machen, sie mit einem Auto oder ähnlichem zu befahren.

Sandwüsten stellen entgegen der weitläufigen Meinung nur 20% der Gesamtfläche aller Wüsten dar. Und selbst die Sahara, die zweitgrößte Wüste der Welt, besteht ebenfalls nur zu 20% aus Sandflächen. Das Leben in ihr ist nicht nur durch die mangelnde Vegetation sehr schwer. Auch die oftmals starken Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht machen den Menschen zu schaffen. So kann es tagsüber bis zu 45° C werden, während die Temperaturen nachts nicht selten auf -20° C fallen.

Kieswüste
Kieswüsten sind oftmals der Vorgänger von Sandwüsten und entstehen wiederum selbst aus Stein- oder Felswüsten. Durch erste Erosionen werden deren Steinpartikel verfeinert und zu Kies gemahlen. Eine andere Entstehungsmöglichkeit ist die Ansiedlung von Kies vor Gletscherregionen. Im Gegensatz zu Sandwüsten können solche Gebiete relativ gut befahren werden.

Stein- oder Felswüsten
Wüsten dieses Typs sind mit kantigen, großen und scharfen Steinen und Schuttmaterial übersäht, was es fast unmöglich macht, sie mit Fahrzeugen zu durchqueren. Sie sind sehr viel häufiger als Sandwüsten und bilden bspw. 70% der Sahara. Stein- oder Felswüsten gehören zu den gefährlichsten Wüsten der Welt, da sie außer auf alten Straßen nur mit Kamelen zu durchqueren sind und außerdem kaum Wasser bieten.

Salzwüsten
Salzwüsten, die bspw. einen kleinen Teil der Sahara bilden, entstehen durch salzhaltige Ablagerungen von umgebenden Gebirgen, die ins Tal gewaschen wurden. Sie sammeln sich in flachen Gebieten und werden zu salzigen Ton- oder Lehmböden. Oftmals lauern unter den Bodenflächen noch Tümpel oder Sümpfe, was diese Wüsten unberechenbar macht.

Eiswüsten
Als Eiswüsten oder auch Kältewüsten bezeichnet man Regionen mit so niedrigen Temperaturen, dass im Prinzip keine Vegetation möglich ist. Ihre Oberfläche besteht entweder aus Eis oder aus Sand bzw. Steinen über einem Permafrostboden – einem dauerhaft gefrorenen Boden.

Leben in Wüsten
Durch die extremen Bedingungen, die in Wüstengebieten herrschen, müssen sich Pflanzen und Tiere sehr gut anpassen, um zu überleben. So gibt es viele Pflanzen, die ihren Wasserhaushalt perfektioniert haben und sogar die langen Dürreperioden zwischen kurzen Regenfällen durchhalten. Andere Pflanzen leben einfach nur sehr kurz und blühen nach dem Regen auf, um kurz darauf wieder einzugehen. Auch Tiere haben sich an das Leben in der Wüste angepasst und es gibt erstaunlich viele Vertreter der Reptilien und sogar Säugetiere (bspw. die Kropfgazelle in den asiatischen Wüsten).

Die größten Wüsten der Welt
Die größte Wüste der Welt mit einer Gesamtfläche von 13 Millionen km² ist das Festland der Antarktis. Mit Temperaturen von bis zu -90°C lässt sie kein pflanzliches und kaum tierisches Leben zu. Von allen Kältewüsten der Welt macht sie rund 83% aus.

Eine andere Art von Extrembedingungen bietet die Sahara auf dem 2. Platz mit einer Fläche von 8,7 Millionen km². Sie verteilt sich auf 11 Länder Afrikas (u.a. Ägypten, Marokko, Niger, Sudan) und ist insgesamt 26 Mal so groß wie Deutschland. Sie ist im Laufe von mehreren Millionen Jahren entstanden und besteht hauptsächlich aus Kies-, Stein- und Sandwüste. Trotz der schwierigen Lebensbedingungen gibt es immer wieder größere Siedlungen, in denen Nomaden und Bauern leben. Sie haben sich mit den extremen Temperaturen und dem Wassermangel arrangiert und ihre Lebensweise angepasst.

Wüste Kontinent Fläche (in km²)
Antarktis Antarktika 13.200.000
Sahara Afrika 8.700.000
Grönland Nordamerika 2.160.000
Australische Wüsten Australien 1.560.000
Arabische Wüsten Asien 1.300.000
Gobi Asien 1.040.000
Kalahari Afrika 900.000
Taklamakan Asien 330.000
Sonora Nordamerika 320.000
Karakum Asien 273.000

Quellen:

http://www.br.de/themen/wissen/inhalt/umwelt/wueste-definition100.html
http://www.br.de/themen/wissen/inhalt/umwelt/wuesten-erde104.html
http://www.br.de/themen/wissen/inhalt/umwelt/wueste-typen102.html
http://www.planet-wissen.de/natur/landschaften/trockenwuesten/
https://www.taschenhirn.de/geografie/groesste-wuesten/
https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCste
https://de.wikipedia.org/wiki/Hammada
https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4ltew%C3%BCste
https://de.wikipedia.org/wiki/Permafrostboden
https://de.wikipedia.org/wiki/Gazellen

 

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Written by Stefan

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