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Europäische Union

Die Flagge der europäischen Union

Ein friedliches und geeintes Europa – das war die Vision, durch die die Europäische Union (oder kurz EU) langsam in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Denn nach dem verheerenden Krieg war es ein großes Bestreben, eine wirtschaftliche Kooperation unter den europäischen Ländern zu entwickeln. So sollte es einerseits zur anhaltenden Versöhnung unter den Mächten kommen. Andererseits sollte die wirtschaftliche Vernetzung in kriegsrelevanten Branchen wie bspw. dem Stahlbau einen Neuausbruch des Kriegs permanent verhindern.

Daher wurde 1951 zunächst die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gegründet, deren Mitglieder Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Luxemburg und Italien waren. Durch die anschließende erfolgreiche Kooperation sah man das Potenzial einer Union und dieselben Mächte gründeten bereits 1957 als Weiterläufer die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Im Zuge des Vertrags von Maastricht wurde aus ihr dann 1992 endgültig die Europäische Union.

Heute besteht der wirtschaftliche und politische Verbund aus 28 europäischen Ländern; über den Beitritt weiterer Kandidaten wird diskutiert. Es befinden sich also fast alle großen Mächte und mehr als die Hälfte aller Länder Europas in der Union.

Land Beitrittsjahr
Belgien 1958
Deutschland 1958
Frankreich 1958
Italien 1958
Luxemburg 1958
Niederlande 1958
Dänemark 1973
Irland 1973
Vereinigtes Königreich 1973
Griechenland 1981
Portugal 1986
Spanien 1986
Schweden 1995
Finnland 1995
Österreich 1995
Polen 2004
Estland 2004
Lettland 2004
Litauen 2004
Malta 2004
Slowakei 2004
Slowenien 2004
Ungarn 2004
Zypern 2004
Tschechische Republik 2004
Bulgarien 2007
Rumänien 2007
Kroatien 2013

Ziele und Grundsätze
Die Hauptidee hinter der EU ist eine politische und wirtschaftliche Partnerschaft, die sich in der Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums (dem größten weltweit) mit einer einheitlichen Währung – dem Euro – für fast alle Länder niederschlägt. In diesem sogenannten Binnenmarkt gilt das Prinzip des freien Verkehrs von Waren, Dienstleistungen, Geld und Arbeitskräften. Das bedeutet einerseits, dass es weniger Handelsbarrieren innerhalb der EU gibt. Davon profitiert nicht nur die Wirtschaft eines Landes, sondern auch dessen Bewohner, die eine größere Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen aus anderen Ländern geboten bekommen. Andererseits dient der Binnenmarkt den Bürgern der EU insofern, dass sie in jedes andere Mitgliedsland ohne ein Visum einreisen können. Außerdem ist es ihnen möglich, in jedem EU-Staat zu arbeiten, zu wohnen und dort einzukaufen.

Recht und Institutionen
Die Europäische Union selbst ist eine eigenständige Rechtspersönlichkeit mit einem komplexen politischen System. Dessen zwei Grundpfeiler sind die Gesetzestexte „Vertrag über die Europäische Union“ und „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“. Diese Rechte stehen über den Gesetzen der einzelnen Länder und sind immer in einem Streitfall gültig.

Um dafür zu sorgen, dass die EU-Gesetze auch eingehalten werden, und um andere Punkte innerhalb der Union zu regeln, gibt es mehrere Institutionen:

Institution Vorsitzender Sitz
Europäisches Parlament Martin Schulz Straßburg, Frankreich
Europäischer Rat Donald Tusk Brüssel, Belgien
Rat der Europäischen Union Niederlande (1. Halbjahr), Slowakei (2. Halbjahr) Brüssel, Belgien
Europäische Kommission Jean-Claude Juncker Brüssel, Belgien
Europäischer Gerichtshof Luxemburg, Luxemburg
Europäischer Rechnungshof Luxemburg, Luxemburg
Europäische Zentralbank Mario Draghi Frankfurt am Main, Deutschland

Als wichtigste Institutionen gelten neben der Europäischen Kommission das Europäische Parlament sowie der Europäische Rat, die beide als Legislative fungieren. Das bedeutet, dass sie für die Gesetzgebung zuständig sind. Außerdem kontrolliert das Parlament, das sich aus 751 (durch die Länder gewählte) Abgeordneten zusammensetzt und damit die Anliegen der Bürger vertritt, alle anderen Organe in der EU. Die Kommission hingegen stellt die Exekutive dar. Die Institution, die aus jeweils einem Kommissar pro Mitgliedsland besteht, gibt Rechtsvorschläge ab und ist direkt für die Umsetzung der durch Parlament und Rat beschlossenen Vorschriften zuständig. Sie vertritt damit nicht nur die Interessen der EU-Bürger, sondern die der gesamten Union. Insgesamt sind es also diese drei Organe, die politische Strategien und Rechte für den Verbund entwickeln.

Zu den weiteren Organen gehören der Europäische Gerichtshof, der sich mit Vertragsverletzungen des EU-Rechts beschäftigt, sowie die Europäische Zentralbank (EZB). Sie legt die Währungspolitik innerhalb der EU fest, wobei eine permanente Preisstabilität ihr Hauptziel ist.

Symbole der EU
Es gibt mehrere Symbole, die die EU repräsentieren. Dazu zählt bspw. ihr Motto „in Vielfalt geeint“, das die große Sprachen- und Kulturvielfalt der einzelnen Staaten sowie ihr Bestreben, sich trotzdem gemeinsam um Frieden und andere Aspekte zu bemühen, ausdrückt. Weitere Symbole sind die blaue Flagge mit den 12 goldenen Sternen sowie der Europatag am 9. Mai. Er erinnert an den französischen Außenminister Robert Schumann, der am 9. Mai 1959 die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vorschlug und damit den Grundstein für die EU legte.

Quellen:
http://europa.eu/about-eu/basic-information/about/index_de.htm
http://europa.eu/about-eu/countries/index_de.htm
http://europa.eu/about-eu/basic-information/symbols/index_de.htm
http://europa.eu/about-eu/basic-information/money/index_de.htm
http://europa.eu/about-eu/facts-figures/index_de.htm
http://europa.eu/about-eu/eu-history/index_de.htm
http://europa.eu/about-eu/basic-information/eu-presidents/index_de.htm
http://europa.eu/about-eu/institutions-bodies/index_de.htm

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Written by Stefan

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