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Die Präsidenten der Vereinigten Staaten ab 1945: Hier der Amtssitz - The White House in Washington

Die Präsidenten der Vereinigten Staaten ab 1945: Hier der Amtssitz – The White House in Washington

Der Präsident der Vereinigten Staaten ist das Staatsoberhaupt und der Regierungschef der USA. Er hat außerdem die Befehlsgewalt über die Streitkräfte des Landes. Durch die enorme Macht und den Einfluss der Wirtschaftsnation USA wird ihr Präsident auch oft als mächtigster Mann der Welt bezeichnet. Er residiert traditionell im Weißen Haus in Washington mit seiner Familie. Seine Amtszeit ist auf 4 Jahre beschränkt, wobei eine Wiederwahl nur einmal möglich ist.

Der erste Präsident der Vereinigten Staaten war George Washington, der das Amt nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg aufnahm. Am Ende von diesem lösten sich die ehemals britischen Kolonien Amerikas von der britischen Krone und erklärten sich als unabhängige Staaten. Washington war von 1789 bis 1797 im Amt. Am prägendsten für die heutige Politik der Neuzeit waren allerdings seine Nachfolger ab dem Ende des zweiten Weltkrieges.

Wahl zum Präsidenten
Die Wahl des US-amerikanischen Präsidenten gestaltet sich weitaus komplizierter als die Wahl anderer Staatsoberhäupter (bspw. des deutschen Bundespräsidenten). Um gewählt zu werden, muss ein Kandidat mindestens 35 Jahre alt sein, das passive Wahlrecht besitzen und außerdem seit mindestens 14 Jahren in den USA wohnen.

Die Wahl selbst besteht aus mehreren Phasen. Lange vor diesen bestimmen die Parteien ihre Spitzenkandidaten. Anders als in Deutschland sind in den USA nur zwei Parteien wirklich relevant: die Demokraten und die Republikaner. Erstere stellt heute die progressivere Partei dar, während die Republikaner als sehr konservativ gelten.

Nachdem jede Partei mehrere Kandidaten ernannt hat, beginnen die Vorwahlen. Dabei wählt das Volk in jedem Bundesstaat an unterschiedlichen Tagen für seinen Favoriten. Wahlberechtigt ist jeder Bürger ab 18. Jahren, allerdings muss man sich vorher registrieren lassen. Durch diese Registrierungshürde hat die USA seit jeher eine niedrigere Wahlbeteiligung als andere Länder.

Bei den Vorwahlen gibt es mehrere Besonderheiten. Als sehr wichtig gelten bspw. die sogenannten Swing States. Während die meisten Bundesstaaten schon immer entweder für die Republikaner oder die Demokraten wählen, wechseln die Swing States ab und an ihre Meinung. Außerdem spielt der „Super Tuesday“ eine besonders große Rolle für die Präsidentschaftskandidaten. Denn an diesem Tag wählen gleich 12 große Staaten (unter anderem Alabama, Arkansas, Texas, Oklahoma, Minnesota, Tennessee) einen Kandidaten.

Nach den Vorwahlen hat jede der beiden Parteien einen Kandidaten, über den dann nicht das Volk, sondern das Wahlmännerkollegium (Electoral College) entscheidet. Dieses setzt sich aus rund 540 sogenannten Wahlmännern zusammen, die aus den verschiedenen Bundesstaaten kommen. Je nach Größe des Bundesstaates stellt ein Staat mehr Wahlmänner als ein anderer. Dann wählt jeder bei den offiziellen Wahlen geheim seinen Favoriten, wobei das Mehrheitswahlrecht gilt. Das bedeutet, dass alle Stimmen eines Bundeslandes an den Kandidaten gehen, wenn dieser dort die Mehrheit hat. Durch dieses teils stark kritisierte System kann es sein, dass ein Kandidat Präsident wird, obwohl er insgesamt nicht die Mehrheit der Stimmen hat.

Die Präsidenten ab 1945

Präsident Partei Amtszeit
Harry S. Truman Demokraten 1945 – 1953
Dwight D. Eisenhower Republikaner 1953 – 1961
John F. Kennedy Demokraten 1961 – 1963
Lyndon B. Johnson Demokraten 1963 – 1969
Richard Nixon Republikaner 1969 – 1974
Gerald Ford Republikaner 1974 – 1977
Jimmy Carter Demokraten 1977 – 1981
Ronald Reagan Republikaner 1981 – 1989
George Bush Republikaner 1989 – 1993
Bill Clinton Republikaner 1993 – 2001
George W. Bush Republikaner 2001 – 2009
Barack Obama Demokraten Seit 2009

Der erste Präsident der Vereinigten Staaten nach dem 2. Weltkrieg war Harry S. Truman. Er war Vizepräsident seines Vorgängers Franklin D. Roosevelt. Nach dessen unerwartetem Tod wurde Truman laut der Verfassung sofort Präsident. Mit ihm verbindet man hauptsächlich den Abwurf der Atomraketen über Hiroshima und Nagasaki sowie die Unterzeichnung des Marshall-Plans. Dieser war ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das unter anderem durch Spenden dem, an den Nachfolgen des Kriegs leidenden Westeuropa half.

Truman folgte der Republikaner Dwight D. Eisenhower. Dieser wollte ursprünglich gar kein Präsident werden, war aber fast überall in den USA sehr populär, weswegen man ihm die Stelle mehrmals anbot. Eisenhowers Politik ist hauptsächlich für ein Bürgerrechtsgesetz, das die Rechte von Afroamerikanern stärkte, bekannt.

Nach Eisenhower waren wieder zwei Demokraten im Amt, wobei die Amtszeit von John F. Kennedy, dessen berühmter Satz „Ich bin ein Berliner“ heute noch bekannt ist, nur 2 Jahre ging. Dann wurde der 35. Präsident bei einem Attentat erschossen. Ihm folgte Lyndon B. Johnson, der Vizepräsident Kennedys. Seine Amtszeit stand im Zeichen des Vietnamkrieges.

Nach Johnson wurde Richard Nixon nächster Präsident. Der Republikaner ist bis heute der einzige Präsident, der freiwillig von seinem Amt zurückgetreten ist. Grund dafür war die Watergate-Affäre, bei der Nixon versuchte, einen Einbruch der Republikaner in das Hauptquartier der Demokraten zu vertuschen.

Daher endete seine Amtszeit nach 5 Jahren und sein Vizepräsident Gerald Ford kam an die Macht. Seine Politik fand in den USA allerdings keinen großen Anklang, weswegen er auch nicht wieder gewählt wurde. Stattdessen wurde der Demokrat Jimmy Carter 1977 Präsident. Trotz vieler Erfolge gelang es ihm während seiner Amtszeit nicht, die damalige Wirtschaftskrise in den USA abzuwenden. Daher blieb auch er nur 4 Jahre im Amt.

Ihm folgte Ronald Reagan, der damals mit seinen 69 Jahren der älteste Präsident überhaupt war. Seine Politik war vom Kalten Krieg geprägt und er zeigte eine klare Position gegen die Sowjetunion, die er als „Reich des Bösen“ bezeichnete. Trotzdem kam es 1986 zu einer Einigung mit der Nation und man handelte ein Abrüsten der stationierten Waffen aus.

Nächster Präsident wurde George Bush, Reagans Vizepräsident und Vater des vorletzten Präsidenten George W. Bush. Während seiner vierjährigen Amtszeit, nach der er gegen Bill Clinton verlor, unterzeichnete er weitere Verträge gegen die Abrüstung von Nuklearwaffen.

Bill Clinton, der von 1993 bis 2001 als 42. Präsident im Amt war, erzielte Erfolge durch die Erhöhung des Steuersatzes zur Verbesserung des amerikanischen Haushaltes. Außerdem vermittelte er im Nahostkonflikt. Clinton, der als drittjüngster Präsident aller Zeiten vereidigt wurde, galt insgesamt als sehr beliebt.

Sein Nachfolger wurde George W. Bush, dessen Politik sofort mit dem sogenannten „Krieg gegen den Terrorismus“ verbunden wird. Diesen rief er nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center aus und es begann der Krieg gegen Al Kaida und der Einsatz von Truppen in Afghanistan.

Seit 2009 ist Barack Obama im Amt. Sein Wahlkampf und der anschließende Gewinn wurden weltweit mitverfolgt, vor allem weil er als erster schwarzer Präsident der USA vereidigt wurde. Während seiner Amtszeit hat Obama viele Erfolge erzielt. So hat er endlich die längst überfällige Gesundheitsreform durchgesetzt und die amerikanischen Truppen aus dem Irak abgezogen.

Quellen:
https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/us-praesidenten100.html
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/usa-wahl-wahlsystem
https://de.wikipedia.org/wiki/Electoral_College
http://www.flegel-g.de/amerik-praesidenten.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sident_der_Vereinigten_Staaten
https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratische_Partei_(Vereinigte_Staaten)
https://de.wikipedia.org/wiki/Republikanische_Partei
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Pr%C3%A4sidenten_der_Vereinigten_Staaten
http://www.stefanjacob.de/Praesidenten/Praesidenten.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Marshallplan

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Written by Stefan

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