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Staatsformen: Zum Beispiel die Monarchie - hier die Krone von Stockholm

Staatsformen: Zum Beispiel die Monarchie – hier die Krone von Stockholm

Als Staatsform bezeichnet man die Organisationsform eines Staates. Es stellt sich also die Frage nach der Stellung des Regierungsoberhauptes. Ihr gegenüber steht die Regierungsform, bei der es darum geht, wer Träger der Staatsgewalt ist. Die Staatsform entscheidet also grundsätzlich darüber, wie das Staatsoberhaupt gewählt wird, wie es entscheidet und ob eine Gewaltenteilung in Exekutive, Legislative und Judikative vorhanden ist. Diese zentralen Fragen eines jeden Staates machen die Staatsform zu einem wichtigen und wesentlichen Konzept.

Während früher 6 verschiedene Formen (darunter bspw. Aristokratie und Demokratie) unterschieden wurden, ist heute die Aufteilung in drei Staatsformen üblich: die Monarchie, die Republik und die Diktatur. Alle existieren noch in vielen Ländern.

Monarchie
Monarchie kommt von dem griechischen Wort für Alleinherrschaft und bezeichnet eine Form, bei der eine Person das Amt des Staatsoberhauptes vererbt bekommt (Erbmonarchie) oder auf Lebenszeit gewählt wird (Wahlmonarchie). Dieser sogenannte Monarch bzw. die Monarchin ist meistens ein Adliger und stammt aus einer alten Familie des Landes. Historisch gesehen existieren Wahlmonarchien schon länger und funktionieren auch besser als Erbmonarchien. Denn in Letzteren sind Aufstände und Proteste gegen den Machtübergang auf den Nachfolger wahrscheinlicher.

Insgesamt gibt es verschiedene Arten von Monarchien, die sich hauptsächlich durch die Machtbefugnisse des Staatsoberhauptes unterscheiden. In einer absoluten Monarchie, bei der auch von Absolutismus gesprochen wird, hat der Monarch die alleinige Staatsgewalt und untersteht keinerlei Gesetzen. Allerdings existiert diese Form heutzutage kaum noch. Es gibt zwar einige absolute Monarchien wie bspw. Swasiland und Saudi-Arabien, allerdings finden sich hier bereits Züge der Republik oder sogar Demokratie.

Im Gegensatz zur absoluten Monarchie-Form stehen die parlamentarische und die konstitutionelle Monarchie. Bei Letzterer ist die Macht des Monarchen durch eine Verfassung geregelt. Diese Konstitution hält fest, welche Befugnisse das Staatsoberhaupt hat. Auch diese Form gibt es heute kaum noch. Liechtenstein ist zwar ein Beispiel für eine konstitutionelle Erbmonarchie, allerdings finden sich auch hier demokratische Züge.

Weit häufiger ist die sogenannte parlamentarische Monarchie, bei der der Monarch nur noch sehr wenige Machtbefugnisse hat. Stattdessen gibt es ein Parlament, das den Regierungschef wählt. Der Monarch selbst fungiert fast nur noch als Repräsentant des Landes. Bestes Beispiel ist das Vereinigte Königreich, an dessen Spitze die Queen steht, die nicht an der Politik des Staates mitwirkt. Andere konstitutionelle Monarchien finden sich in den Niederlande, Dänemark, Spanien, Japan und Australien.

Republik
Die Republik bildet das Pendant zur Monarchie und zeichnet sich dadurch aus, dass das Staatsoberhaupt gemeinschaftlich vom Volk gewählt wird. In solchen Staaten steht also das Gemeinwohl an erster Stelle. Dies zeigt auch die Herkunft des Wortes, denn Republik kommt vom lateinischen „res publica“ und bedeutet so viel wie öffentliche Sache.

Das gewählte Staatsoberhaupt einer Republik wird meist als Staatspräsident bezeichnet, wobei es je nach Form der Republik wieder verschiedene Namen gibt. So gibt es bspw. die demokratische Republik, bei der neben dem Staatsoberhaupt auch die Volksvertreter vom Volk selbst gewählt werden. Eine solche Republik ist Deutschland. Eine andere Form ist die Volksrepublik, bei der die Regierungsmitglieder zur Arbeiterklasse gehören und in der oftmals auch Kommunismus herrscht. Viele dieser Volksrepubliken (bspw. China und Nordkorea) haben sich trotz ihres Namens zu Diktaturen entwickelt.

Diktatur
Eine Diktatur ist eine Staatsform, bei der der Staat nur von einer einzigen Person oder einer Gruppe, die die komplette politische Macht innehaben, regiert wird. Solche Diktatoren sind oftmals durch Staatsputsche oder mit der Begründung einer besonders hohen Notwendigkeit (bspw. aufgrund von Krisen) an die Macht gekommen. In vielen Diktaturen behält das Staatsoberhaupt seine Macht dann aufgrund von, bei uns als Rechtsverletzung geltenden Akten seine Kontrolle. So werden oftmals Wahlen manipuliert, Medien zensiert und verschiedene Rechte wie bspw. die freie Meinungsäußerung verboten. Außerdem gibt es häufig eine geheime Polizeieinheit zur Fahndung und dem Ausschalten politischer Gegner.

Offiziell existieren heute kaum noch Diktaturen. Allerdings handelt es bei vielen Staaten, die vom Titel her Republiken sind, um Diktaturen. Man spricht dann auch von Diktaturen des Proletariats. Beispiele sind Kuba und Nordkorea.

Quellen:
http://www.juraforum.de/lexikon/monarchie
http://www.juraforum.de/lexikon/republik
https://de.wikipedia.org/wiki/Republik#Formen_der_Republik
https://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsform
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Staatsformen_und_Regierungssysteme
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/18266/staatsform
https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchie#Formen_der_Monarchie

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Written by Stefan

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