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Der Deutsche Aktienindex

Der Deutsche Aktienindex

Der Deutsche Aktienindex (kurz DAX) ist das wichtigste Börsenverzeichnis Deutschlands, in das die 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen eingetragen werden. Er zeigt die Entwicklung derer Aktien an und kann sich tagtäglich ändern. Aufgrund der Wichtigkeit des DAX nennt man ihn auch Leitindex. Sein amerikanisches Pendant ist der bekannte Dow Jones, wobei die meisten Länder einen Aktienindex besitzen. Von den im DAX genannten Aktien spricht man auch als Blue Chips. Dieser Begriff aus dem Englischen bezeichnet die wichtigsten und am stärksten favorisierten Aktien einer Börse.

Wichtigkeit von Aktienindexen

Aktien sind Wertpapiere, die Unternehmen herausgeben, wenn sie an einer Börse notiert werden. Sie stellen einen gewissen Betrag oder einen prozentualen Anteil am Grundkapital dar und werden verkauft, um dem Unternehmen neue finanzielle Mittel zu bringen. Aktieninhaber profitieren von Aktien, wenn sie sie zu einem höheren Preis wieder verkaufen oder aber durch einen Anteil des Unternehmensgewinns, das der Aktionär in Form von Dividenden erhält. Außerdem geben manche Aktien, sogenannte Stammaktionen, ihren Inhabern das Recht einer Stimme bei der Hauptversammlung und somit die Möglichkeit, maßgeblich die Unternehmenspolitik mitzugestalten.

Durch diese große Wichtigkeit wollen Aktieninhaber also immer über die aktuelle Entwicklung ihrer Aktien an der Börse informiert sein und wissen, wie viel ihre Wertpapiere momentan wert sind. Denn durch bestimmte Ereignisse wie bspw. Unternehmensskandale kann dieser Wert schnell und stark abfallen. Das macht es schwer, Aktien weiterzuverkaufen. Außerdem ist das Abfallen oder Ansteigen von Aktienkursen ein Indiz für den Zustand der Wirtschaft eines Landes.

Damit allerdings nicht alle Aktienentwicklungen der größten Unternehmen Deutschlands einzeln verfolgt werden muss, fasst man sie in einem Aktienindex zusammen. Dessen An- bzw. Abstieg ist dann repräsentativ für die meisten, in ihm eingetragenen Unternehmen.

Die DAX-Unternehmen

Der DAX wurde 1988 eingeführt und listet nur Unternehmen, die an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Damit sie aufgenommen werden, müssen sie bestimmte Forderungen erfüllen. Pflicht ist einerseits ein Streubesitz, also ein Anteil von Aktien, der nicht dem Unternehmen bzw. wenigen Großaktionären, sondern frei der Börse zur Verfügung steht, von 10%. Außerdem müssen sie unter anderem im Prime Standard, einem Segment der Frankfurter Börse, gelistet sein und ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben.

Im März 2016 waren die folgenden Unternehmen im DAX gelistet:

Unternehmen Branche Indexgewichtung (in %)
Adidas Bekleidung 2,54
Allianz Versicherungen 7,97
BASF Chemie 7,39
Bayer Chemie und Pharma 9,13
Beiersdorf Konsumgüter 0,98
BMW Automobilproduktion 3,17
Commerzbank Banken 1,05
Continental Automobilzulieferer 2,56
Daimler Automobilproduktion 8,11
Deutsche Bank Banken 2,85
Deutsche Börse Börsen 1,67
Deutsche Lufthansa Luftfahrt 0,82
Deutsche Post Logistik 2,83
Deutsche Telekom Telekommunikation 6,07
E.ON Versorgung 2,03
Fresenius Medizintechnik 3,00
Fresenius Medical Care Medizintechnik 1,94
HeidelbergCement Baustoffe 1,24
Henkel Konsumgüter 2,03
Infineon Technologies Halbleiter 1,68
Linde Industriegase und Anlagenbau 2,66
Merck Chemie und Pharma 1,15
Munich Re Versicherungen 3,66
ProSiebenSat. 1 Media Medien 0,48
RWE Versorger 0,64
SAP Software 8,15
Siemens Elektrotechnik 9,06
ThyssenKrupp Stahl 0,93
Volkswagen Automobilproduktion 2,58
Vonovia Immobilien 1,63

 

Einige von ihnen sind bereits seit Gründung des DAX vertreten: Allianz, BASF, Bayer BMW, Commerzbank, Deutsche Bank, Deutsche Lufthansa, Henkel, Linde, RWE, Siemens und Volkswagen. Andere Unternehmen sind im Prinzip immer noch seit Anfang an dabei, wurden allerdings durch andere Konzerne übernommen. So ist bspw. die Dresdner Bank durch ihren Nachfolger Commerzbank im DAX vertreten.

Gewichtung der Unternehmen

Bei der Berechnung des DAX werden alle Unternehmen nach einem gewissen Prozentsatz miteinberechnet. Dieser richtet sich nach dem Marktwert der Aktien im Streubesitz. Er errechnet sich, indem man alle frei handelbaren Aktien einer Gesellschaft durch den aktuellen Aktienpreis an der Börse teilt. Diesen Wert nennt man auch Marktkapitalisierung.

Da sich der Anteil der Marken im Streubesitz ständig ändern kann und es deswegen oft zu Verzerrungen kam, haben die Verantwortlichen 2008 eine Sonderregelung beschlossen. Falls die Aktien eines Unternehmens einen zu hohen Prozentsatz (mehr als 10%) bei der Gewichtung des DAX erreichen würden, kann man sie kurzzeitig aus dem Börsenverzeichnis nehmen. Dies war eine Reaktion auf die geplante Übernahme VWs durch Porsche, in deren Folge der Streubesitz stark sank und die Aktien teilweise extreme Preise erreichten.

 

Quellen:

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/deutscher-aktienindex-dax.html
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/aktienindex.html
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/aktie.html
http://www.aktien-kaufen-fuer-anfaenger.de/was-ist-der-dax/
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/blue-chips.html
https://de.wikipedia.org/wiki/DAX
https://de.wikipedia.org/wiki/Aktienindex
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6rsenkurs
https://de.wikipedia.org/wiki/Aktie
https://de.wikipedia.org/wiki/Prime_Standard
https://de.wikipedia.org/wiki/DAX#Short_Squeeze_der_VW-Aktie_2008

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Written by Stefan

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