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Als Immunisierung bezeichnet man die gezielte Herbeiführung einer Immunität gegen bestimmte Krankheiten im Zuge einer Impfung. Heutzutage gibt es gegen verschiedene virale und bakterielle Infektionskrankheiten Impfstoffe. Und auch wenn die Impfung gegen einige davon dringend empfohlen wird, obliegt die Entscheidung für oder gegen eine Immunisierung in Deutschland jedem selbst. Dies kommt den Impfgegnern zugute, die nicht an die Wirkung von Impfungen glauben oder aber ihnen schlimme Nebenwirkungen (bspw. Autismus) zuschreiben. Eine derartige Sichtweise bzw. die sogenannte „Impfmüdigkeit“ ist in manchen Ländern wie den USA aber weitaus verbreiteter als in Deutschland, wo die meisten sich an die Impfempfehlungen halten.

Impfarten

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Impfungen: die aktive und die passive Impfung. Die aktive Impfung ist die häufigere der beiden Impfarten und besteht darin, dass dem Körper der Krankheitserreger verabreicht wird. Als Reaktion auf diesen sollen dann selbst Antikörper gebildet und eine längerfristige Immunität gewährleistet werden. Damit der Körper nicht zu stark leidet und die Krankheit in vollem Ausmaße durchlebt, handelt es sich um abgeschwächte oder tote Erreger. Bei Letzterem bestehen nur noch einzelne Teile des Erregers, die ausreichen, um die Antikörperbildung anzuregen. Zu den Krankheiten, gegen die man sich aktiv impfen kann, gehören unter anderem Polio, Masern, Mumps, Pocken und Cholera.

Bei einer passiven Impfung werden dem Körper Antikörper gespritzt. Diese stammen von anderen Patienten oder Tieren, die bereits die Krankheit hatten und Antikörper dagegen gebildet haben. Streng genommen handelt es sich bei der passiven Impfung also gar nicht um eine Immunisierung, weil der menschliche Körper die Antikörper nicht selbst bildet. Die passive Impfung wird hauptsächlich angewandt, wenn es für eine aktive Impfung schon zu spät ist. Dies kann der Fall sein, wenn der Patient der Krankheit schon ausgesetzt wurde.

Neben der aktiven und der passiven Impfung unterscheidet man auch zwischen der Grund- und Auffrischimpfungen. Bei Letzteren wird eine geringere Menge des abgeschwächten Erregers gespritzt, da der Körper bereits mit der Bildung von Antikörpern begonnen hat. Es genügt also eine kleine Dosis zur erneuten Auffrischung des Schutzes. Ob und wie häufig Auffrischimpfungen nötig sind, hängt von der Art der Krankheit ab. So müssen bspw. die Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie nach einigen Jahren wiederholt werden, während eine Pockenimpfung nachweislich bis zu 88 Jahre halten kann.

Reaktion des Körpers auf Impfungen

Da es sich bei den meisten Impfungen um aktive Impfungen handelt, bei denen der Körper die Krankheit in schwächerer Form erlebt, kommt es meistens zu leichten Nebenwirkungen. So reagiert der Mensch oftmals mit einem leichten Schwächegefühl, Muskelschmerzen und Müdigkeit. Allerdings sind diese Schmerzen meist tolerierbar und nur sehr schwach.

In wenigen Fällen kann es allerdings auch zu Impfkomplikationen und im schlimmsten Fall sogar zu einem Ausbruch der Krankheit kommen. Dies ist allerdings nur bei einer Impfung durch abgeschwächte Lebenderreger möglich und auch dann noch äußerst selten.

Empfohlene Impfungen

In Deutschland werden bereits ab der Geburt bestimmte Impfungen empfohlen, außerdem sollte man sich auch später in regelmäßigen Abständen impfen bzw. seine Impfungen auffrischen lassen. Festgehalten wird das alles im Impfpass, der von der deutschen Organisation STIKO (Ständige Impfkommission) herausgegeben wird.

Zu den Krankheiten, in denen in Deutschland dringend eine Impfung empfohlen wird, gehören die folgenden:

Impfung Hinweise
Diphterie Ab 2 Monaten; danach alle 10 Jahre
Gebärmutterhalskrebs / Humane Papillomviren Mädchen und junge Frauen ab dem 9. bis zum 17. Lebensjahr
Haemophilus influenzae Typ b Ab 2 Monaten
Hepatitis B Ab 2 Monaten
Masern Ab 11 Monaten
Meningokokken Typ C Ab 12 Monaten
Mumps Ab 11 Monaten
Keuchhusten Ab 2 Monaten; Auffrischung mit 5 – 6 und mit 9 – 17
Pneumokokken Ab 2 Monate – 2 Jahre
Poliomyelitis / Kinderlähmung Ab 2 Monaten
Röteln Ab 11 Monaten
Rotavirus Ab der 6. Lebenswoche
Tetanus Ab 2 Monaten; danach alle 10 Jahre und im Verletzungsfall
Windpocken Ab 11 Monate

Neben diesen Empfehlungen gibt es auch noch einige Impfmöglichkeiten, die allerdings nur genutzt werden sollten, wenn ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht. So sollten sich bspw. Personen, die viel Umgang mit (Wild-)Tieren haben, gegen Tollwut impfen lassen. Und auch eine FSME-Impfung macht nur Sinn für Leute, die oft in Wäldern und ländlichen Regionen unterwegs sind oder sogar dort wohnen.

 

Quellen:
http://www.impfen-info.de/wissenswertes/aktive-und-passive-immunisierung/
http://flexikon.doccheck.com/de/Immunisierung
http://www.impfenaktuell.de/impfempfehlungen/impfkalender/
http://www.impfen-info.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Impfung
https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndige_Impfkommission

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Written by Stefan

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